Musikverein Rosswangen e.V.

man hört uns immer wieder gern

1998: Öffentliche Weihnachtsfeier - Ein Höhepunkt des Vereinsjahres

Die ersten Weihnachtsfeiern des Musikvereins fanden bereits vor vielen Jahren in der Turnhalle statt. Mit der Fertigstellung des Pfarrgemeindesaales vor 11 Jahren, wurde der Saal dort für die alljährliche Vereinsveranstaltung zum Jahresende genutzt. Bereits im Vorjahr kam es zu erheblichen Platzproblemen für die Kapelle auf der dortigen Bühne. Endgültig zu klein wurde diese aber in diesem Jahr, mit dem neu erreichten Höchststand der Aktivenzahl von 69 Musikern und Musikerinnen. So fand die Weihnachtsfeier 1998 nun wieder in der Turnhalle statt. Natürlich war damit verbunden auch ein wesentlich größerer Aufwand zur Vorbereitung von Halle und Dekoration. Auch musste die vorhandene Tribüne erweitert werden. Fleißige Helfer um unseren 1. und 2. Vorsitzenden bewältigten aber auch dieses Problem und so konnte die beliebte Veranstaltung im bereits gewohnten Ablauf stattfinden.

Der Einladung des Vereines waren dann auch die Mitglieder, Ehrenmitglieder sowie Freunde und Gönner des Vereines gefolgt und zum Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr war kein freies Plätzchen mehr in der Halle zu finden. Siegfried Schäfer, unser 1. Vorsitzender, konnte unter den Gästen auch Ehrenvorstand Franz Effinger (er feierte 3 Tage zuvor seinen 85. Geburtstag) und Ehrendirigent Ottmar Butz mit Ehepartner begrüßen, des weiteren waren der Einladung auch Ortsvorsteher Kurt Haigis, Rektor Helmut Krämer und die beiden Direktoren der Volksbank Balingen Klaus Maierund Günter Zanger ebenfalls mit Partner gefolgt.

Unter der Leitung von Daniel Grespan spielte die Jugendkapelle zur Eröffnung des Programms auf. Die 35 Zöglinge verstanden es dabei zunächst mit dem Stück "Christmas Celebration" die Besucher nochmals weihnachtlich einzustimmen. Sehr viel Temperament zeigten die Jungmusiker dann mit den Werken "Young Life" und der afrikanischen Rhapsodie "Serengeti". In bewährter Weise führte Gerd Hahn sehr informativ und mit dem gekonnten Schuss Humor durch die Vorträge der Jugendkapelle. Die jüngsten Zöglinge des Vereins stellten sich beim Spiel in kleinen Gruppen vor. Hierbei zeigten Carolin Weinmann, Daniela Haug, Michaela Butz und Sandra Mattes mit ihren Klarinetten sehr viel Talent. Gerade einmal seit dem Frühjahr diesen Jahres spielen sie ihr Instrument und brachten erstaunliches zu Gehör. Mit Alexander Butz, Martin Grunwald und Simon Weinmann stellten sich drei junge Trompeter musikalisch vor. Sabine Butz, Sandra Grunwald, Theresa Hahn und Daniela Naujoks spielten als Flötenquartett zusammen und schließlich präsentierte Jutta Butz gemeinsam mit ihrem Ausbilder Olaf Öhmke das Klangspektrum von zwei Fagott in einem Duett. Die Jugendkapelle servierte dann mit den bekannten Melodien aus dem Kinoerfolg Titanic und einem fetzigen Dixie weitere musikalische Leckerbissen. Die vom Publikum geforderte Zugabe gewährte Daniel Grespan mit seiner Jugendkapelle gerne mit dem lateinamerikanischen Stück "La Cucaracha".

Eine kurze Umbaupause lies die Bühne zur Wohnstube der Familie Rupfinger werden. Beim Theaterstück unter dem Titel "Hond oder Has" kam es mit der Theatergruppe des Musikvereins zu allerlei komischen Verwechslungen. Als Opa hatte Bruno Kraft wieder eine Paraderolle. Zum zweiten Mal nach seiner Premiere im Vorjahr zeigte auch Franz Kraft (unser Posaunist) als Hausherr Gustav Rupfinger wahres Schauspielertalent. Hildegard Naujoks wusste die Rolle der Hausherrin Else Rupfinger zu spielen. Als Tochter Sabine war Yvonne Hahn die Idealbesetzung. Und wer besser als Marina Schwienbacher hätte die ratschbasige Nachbarin Frau Schmelzle spielen können? Dass Alexander Wieser als Büttel stets für eine Pointe mit der entsprechenden Gestik gut ist, braucht an dieser Stelle nicht mehr extra erwähnt zu werden. Am Ende des Stückes waren die Lachmuskeln gehörig strapaziert und alle Akteure wurden mit viel Beifall vom Publikum für ihren fernsehreifen Auftritt belohnt.

Gespannt erwarteten natürlich alle Blasmusikfans den Auftritt der Aktiven. Nach einer kurzen Umbaupause nahmen die Musiker mit ihren Instrumenten die Plätze ein. Trotz größerer Bühne war es immer noch recht eng. Der musikalischen Leistung tat dies jedoch keinen Abbruch, denn schon mit der Auftaktkomposition "Voices" zeigte sich ein stimmgewaltig, bestens aufeinander abgestimmtes Orchester. Mit einem "tollen Sound", wie uns sachkundige, erfahrene Blasmusiker unter den Zuhörern im nachhinein mehrfach bestätigten. Am Ende des ersten Titels belohnte das Publikum die Musiker unter der bewährten Leitung von Dirigent Jürgen Gruhler mit einem herzlichen Beifall. Dem Musikstück "Preludio" des tschechischen Komponisten Belohoubek folgte eine auf modern getrimmte klassische Komposition mit dem Titel "Don't Mock Barock". Hierbei stellten sich die Bassklarinette (gespielt von Daniel Grespan) und das Fagott (Jutta Butz) als wertvolle Bereicherung des Klangkörpers mit Solis gekonnt vor.

Klaus Hahn hatte die Aufgabe, die Vorträge der Musikkapelle zu erläutern. Dabei nutzte er die Gelegenheit, das Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass die Bassklarinette vor wenigen Monaten neu angeschafft wurde, das Fagott jedoch nur leihweise im Besitz des Vereines ist. Dieter Kraft, unser ältester und erfahrenster aktiver Musiker, hatte in einer Probe zuvor angemerkt, dass es wohl noch schönere Instrumente gäbe, als die hellbraune Ausführung dieses Fagottes. dass der Verein nun gerne ein Fagott kaufen würde, jedoch die Frage der Finanzierung noch zu klären sei (Kostenpunkt ab 8000 DM aufwärts, bis ca. 55000 DM), bemerkte Klaus Hahn ebenfalls. Der in dieser Information enthaltene Wunsch war nicht auf taube Ohren gestoßen, denn nach dem nächsten Stück erreichte eine Mitteilung von den beiden Volksbankdirektoren Klaus Maierund Günther Zanger das Ansagemikrophon. Zu verkünden war daraufhin, dass beide mit einer großzügigen Spende den Grundstock zur Finanzierung eines Fagotts für den Musikverein legen werden. Der Beifall daraufhin wollte schier nicht enden und die Freude bei allen aktiven Musikern war noch mehr Ansporn, an diesem Abend wirklich eine musikalische Höchstleistung zu geben. Das schaffte dann auch Alexandra Kraft mit ihrem Solostück auf dem Xylophon bei der Komposition "A Tribute to Lionel". Klänge, die ins Ohr und auch zum Herzen gehen, belohnte das Publikum mit einem tosenden Beifall für die junge Schlagzeugerin unseres Vereines.

Die unvergesslichen Melodien von Frank Sinatra intonierte die Kapelle dann in einem Medley zu "Sinatra in Concert", wobei die Aktiven Musiker selbst diesen Titel als musikalisches Dankeschön an ihren Dirigenten Jürgen Gruhler und den rührigen 1. Vorsitzenden als "Väter des jetzt erreichten Erfolges" zu verstehen gaben. Insgesamt gesehen ist dieses Stück derzeit das schönste Werk in unserem Unterhaltungsprogramm. In der Ansage wurden die Titel daraus so interpretiert, dass anstelle der Großstadt "New York, New York" auch Rosswangen gemeint werden könne, denn Rosswangen ist längst kein verschlafenes Dorf mehr, und bei uns ist immer etwas los. "It was a very good Year" traf auch auf unseren Verein zu, denn mit den vielen erfolgreichen Auftritten der Kapelle beim Konzert und anderen Veranstaltungen, war das Jahr 1998 ein sehr gutes Jahr. Und schließlich das Thema zum Schluss mit "I did it my way" - übersetzt: ich machte es auf meine Art - wurde dahingehend interpretiert, dass unser Dirigent Jürgen Gruhler auf seine Art uns von Erfolg zu Erfolg führt, er auf seine Art uns immer wieder motiviert und ohne Stress auch an schwierige Werke heranführt und uns so auch in die Höchststufe führen wird. Schließlich schafft er es auch auf seine Art, immer wieder die Kompositionen auszuwählen, die auch beim Publikum voll ankommen. Der zweite "Besondere Mann" ist unser Vorstand Siegfried, der auf seine Art ständig für den Verein unterwegs ist, organisiert, und nach Wegen sucht, neue Geldquellen anzuzapfen, für die Investition in neue Instrumente. Seiner Art, den Verein zu führen, ist der heute erreichte Erfolg und die gute Kameradschaft zwischen alt und jung zu verdanken. Die Argumente zur Interpretation wurden vom Publikum mit viel Beifall bestätigt. Nach der etwas längeren Ansage folgte die Intonation dieses Werkes und auch hier zeigte sich das Orchester so harmonisch und dynamisch wie kaum je einmal zuvor.

Mit dem englischen Konzertmarsch B.B. & C.F. wollte sich die Kapelle mit einem gelungenen Schlussvortrag verabschieden, doch "Standing Ovations" des Publikums für den Dirigenten und die Leistung der Kapelle forderten Zugaben. Die wurden mit des großen Kurfürsten Reitermarsch und den "Comedian Harmonists in Concert" gerne gewährt. Mit dem letztgenannten Werk folgte wohl ein endgültiger Höhepunkt zum Schluss, denn die Melodie von ein "Freund, ein guter Freund, das ist das beste was es gibt auf der Welt" traf genau den Punkt, weshalb es uns allen soviel Spaß macht zu musizieren. Denn ohne unsere vielen Freunde der Blasmusik wäre die ganze Proberei umsonst. Der Lohn eines jeden "Künstlers" ist der Auftritt vor einem so herzlichen und dankbaren Publikum, wie wir es immer wieder haben.

Beglückt ob des gelungenen Programms und der guten Gewinne bei unserer Tombola machten sich die Besucher dann meist zu später Stunde, manche erst am frühen Morgen auf den Heimweg. Siegfried Schäfer hatte zum Ende des Konzertes noch zahlreiche Geschenke und Blumenpräsente überreicht an Personen, die sich im abgelaufenen Jahr besonders verdient für den Verein gemacht haben.

 

Ehrungen im Rahmen im Rahmen der öffentlichen Weihnachtsfeier

Treue Mitglieder des Vereins


Die Weihnachtsfeier des Musikvereins war ein würdiger Rahmen für Mitgliederehrungen. Der 1. Vorsitzende Siegfried Schäfer konnte dabei zusammen mit Geschäftsführer Hermann Butz gleich 6 aktive und 8 passive Mitglieder für 20 Jahre Vereinsmitgliedschaft mit der Ehrennadel in Silber sowie einer Urkunde auszeichnen.

Am 1. Oktober 1978 sind die aktiven Musikanten Ingolf Kraft, Daniel Grespan, Reiner Gern, Roland Gern, Matthias Butz und Frank Zimmermann als damalige Jungmusiker dem Verein beigetreten und bis heute treu geblieben. Die Vereinsbiographie der Geehrten zeigt ausnahmslos, dass ihr Engagement für den Musikverein Rosswangen weit über das bloße Musizieren hinausgeht.

Ebenfalls als aktive Jungmusikanten haben am 1. Oktober 1978 weitere Vereinsmitglieder begonnen. Es sind dies Claudio Capol (Klarinette), Ralf Kraft (Es-Horn), Peter Kölmel (Klarinette), Martin Stoll (Tenorhorn) und Jürgen Butz (Bariton). Auch Guido Kraft (Es-Horn) engagierte sich von 1991 bis 1997 als Geschäftsführer des Musikvereins Rosswangen. Aus beruflichen Gründen, Wohnortwechsel, stärkerem sportlichem bzw. fußballerischem Engagement usw. beendeten sie ihre aktive Musikerlaufbahn und zählen heute zum Stamm der passiven Mitglieder des Vereines. Herbert Müller und Hans Wiest unterstützen den Verein ebenfalls seit 20 Jahren als passive Vereinsmitglieder.